Wilhelm 500

500 Jahre Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (1516-1592)

Der reiche Herzog

Renaissancefürst Wilhelm V. und seine Residenz Jülich
22. Mai - 30. Oktober 2016
Museum Zitadelle Jülich

Am 28. Juli 1516 wurde in Düsseldorf der einzige Sohn des damaligen Herzogs Johann III. von Kleve geboren, der als Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg nach dem Tode des Vaters (1539) zum Herrscher über die Vereinigten Herzogtümer wurde. Sein Reich entsprach annähernd dem heutigen Nordrhein-Westfalen und wurde von ihm, einem Renaissancefürsten und Humanisten par excellence, durch viele kluge Impulse nachdrücklich beeinflusst. Die Jülicher Zitadelle, das Schloss in Niederzier-Hambach und das Chorgestühl der Dürener Kirche St. Anna sind nur einige herausragende Zeugnisse der langen Lebens- und Regierungszeit, die weite Teile des 16. Jahrhunderts überspannte. Sein umfangreiches Herrschaftsgebiet, das von Sinzig bis Kleve und von Sittard bis Bielefeld reichte, sowie die farbenfrohe Hofkultur trugen Wilhelm V. den Beinamen »der Reiche« ein.

Aus Anlass seines 500. Geburtstages hat das Museum Zitadelle Jülich eine aufwendige Sonderausstellung vorbereitet, die wichtige Aspekte des bedeutenden Mannes, seinen Einfluss, seine humanistischen Ideen und Kontakte, seine für damalige Verhältnisse äußerst fortschrittliche Haltung in Glaubensdingen und sein künstlerisches Ambiente darstellt.

Vom 22. Mai bis zum 30. Oktober wird »Der reiche Herzog« mit vielen zeitgenössischen Exponaten (Karten, Büchern, Portraits, Zeichnungen usw.) ein beeindruckendes Bild des ebenso reichen wie bedauernswerten Mannes zeichnen.

Eine besondere Rolle spielt dabei, wie könnte es anders sein, die Zitadelle Jülich selbst, die aus der Luft betrachtet wie der Wurfstern eines Ninja-Kriegers erscheint: Innerhalb des spektakulären Baues ließ Wilhelm V. von dem italienischen Architekten Alessandro Pasqualini ein Schloss erbauen, von dessen einstiger Pracht noch heute die vielfach genutzte Kapelle kündet – und demnächst auch wieder das teilrekonstruierte Südportal, das als einer der äußeren Höhepunkt der Ausstellung wieder an seinen ursprünglichen Platz gerückt wurde.

Die Ausstellung gibt Einblicke in wichtige Ereignisse im Leben Herzog Wilhelms V., wie den Geldrischen Krieg zu Beginn seiner Regentschaft oder die durch seinen Hofschreiber Dietrich Graminäus gut dokumentierte Hochzeitsfeier seines Sohns und Erben Johann Wilhelm mit Jakobe von Baden 1585. Den hochgebildeten Räten Herzog Wilhelms V. stand nichts weniger als die umfassende Reform von Staat und Gesellschaft vor Augen, bei dem die zugrundeliegenden Ideen zur Toleranz und Gewissenfreiheit des Einzelnen nichts an Aktualität eingebüßt haben. Nicht zuletzt deshalb startete der Hof eine Bildungsoffensive mit der Gründung neuer Gymnasien u.a. in Jülich und Düsseldorf.

Doch nicht nur das Museum feiert Herzog Wilhelm V. im Jahr seines 500. Geburtstags. Ausstellungen, Konzerte, Führungen, Aktionstage, Vorträge und Exkursionen, ein Renaissance Picknick und vieles mehr stehen dieses Jahr als exquisite, außergewöhnliche Geburtstagsfeiern auf dem Programm. Das vollständige Programm kann unter www.wilhelm500.de abgerufen werden.